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Digitalisierung von Stadtwerken: Strategien zur Effizienzsteigerung

Digitalisierung ist längst kein optionales Thema mehr, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Auch das realisieren mehr und mehr Stadtwerke und widmen sich dem steigenden Digitalisierungsdruck, um neuen regulatorischen Anforderungen und veränderten Kundenerwartungen gerecht zu werden. Wer zukunftsfähig bleiben will, muss gezielt in die Modernisierung zentraler Prozesse investieren.

Stadtwerke digitalisieren

Gerade alltägliche Abläufe bieten großes Potenzial zur Verbesserung und lassen sich mit den richtigen Tools und Prozessen zügig optimieren. Diese vier Bereiche zeigen exemplarisch, wie Stadtwerke konkret von Digitalisierung profitieren können.

1. Rechnungsprozesse automatisieren

Die Bearbeitung von Eingangsrechnungen kostet viele Stadtwerke unnötig Zeit. Häufig sind Systeme nicht miteinander verbunden und Abläufe laufen manuell ab. Das führt zu Fehlern, Verzögerungen und unnötigem Aufwand.

Lösungsansatz:
Automatisierte Rechnungsprozesse bieten nicht nur eine schnellere Bearbeitung, sondern ermöglichen eine nachvollziehbare Dokumentation, höhere Datengenauigkeit und eine bessere Übersicht über Zahlungsströme und Budgets. Gleichzeitig lassen sich gesetzliche Anforderungen wie Aufbewahrungsfristen oder GoBD-konforme Archivierung zuverlässig erfüllen.

Wie sie es umsetzen können:

  • Einführung einer digitalen Rechnungsverarbeitung mit OCR-Erkennung

  • Abbildung individueller Freigabe-Workflows in einem zentralen System

  • Anbindung an ERP-/Finanzsoftware zur automatischen Buchung

  • Aufbau eines zentralen, revisionssicheren Dokumentenmanagementsystem (DMS)

Mit diesen Implementierungen kann ein Stadtwerk die Bearbeitungszeit bis zu 60% reduzieren. Zusätzlich entstehen Vorteile wie eine geringere Fehlerquote und ein motivierteres Team, das sich auf andere Aufgaben konzentrieren kann.

Buchhaltung

2. Vertrieb digitalisieren

Durch Vergleichsportale wie Check24 nimmt der Druck im Vertrieb weiter zu. Denn Verbraucher vergleichen heute mehr denn je zuvor. Ein digitalisierter Vertrieb hilft nicht nur dabei, Bestandskunden zu halten, sondern auch neue Kunden effizient zu gewinnen.

Lösungsansatz: Digitale Vertriebsprozesse ermöglichen kürzere Reaktionszeiten, automatisierte Vertragsabschlüsse und eine personalisierte Kundenansprache. Gleichzeitig verbessern sie die Datenbasis für Marketing und entlasten das Team bei Routineaufgaben.

Wie sie es umsetzen können:

  • Einführung eines zentralen CRM-Systems zur Verwaltung von Kundendaten, Angeboten und Vertriebsaktivitäten

  • Automatisierte Angebotserstellung und Vertragsabschlüsse per Kundenportal oder E-Mail

  • Integration eines Online-Tarifrechners mit Abschlussmöglichkeit

  • Nutzung von Marketing-Automation für gezielte, personalisierte Kundenansprache

 

Durch diese Maßnahmen steigern Sie nicht nur die Abschlussquote, sondern sorgen auch für ein durchgängig modernes Vertriebserlebnis – intern wie extern.

3. Kundenmanagement modernisieren

Viele Stadtwerke punkten beim persönlichen Kontakt, aber beim digitalen Kundenservice gibt es oft Nachholbedarf. Dabei können Self-Service-Portale, automatisierte Prozesse und KI-basierte Unterstützung viel Entlastung bringen – für Ihre Kunden und Ihr Serviceteam.

Lösungsansatz: Ein digital optimiertes Kundenmanagement ermöglicht es Kunden, Anliegen eigenständig und rund um die Uhr zu klären. Das reduziert Anrufe, beschleunigt Bearbeitungen und erhöht die Zufriedenheit.

Wie sie es umsetzen können:

  • Aufbau eines intuitiven Kundenportals (Zählerstand, Rechnung, Tarifwechsel etc.)

  • Einsatz von Chatbots für häufige Anfragen und Erstberatung

  • Digitale Antragsstrecken für Umzug, Neuanschluss oder PV-Anlage

  • Kontinuierliche Verbesserung durch Feedbacktools und Nutzungsdaten

 

Das führt zu folgendem Ergebnis: kürzere Bearbeitungszeiten, weniger Rückfragen, zufriedenere Kunden und ein Service, der zu modernen Erwartungen passt.

4. Systeme modernisieren

Viele Stadtwerke arbeiten noch mit gewachsenen Systemen, in denen Daten verstreut oder gar nicht genutzt werden. Dabei liegt in der strategischen Verknüpfung von Daten enormes Potenzial – von smarter Netzsteuerung bis hin zu präziseren Entscheidungen in Echtzeit.

Lösungsansatz: Vernetzte IT-Systeme und zentrale Datenplattformen ermöglichen einen ganzheitlichen Blick auf Prozesse, Netze und Kunden. Sie schaffen die Grundlage für Prognosen, Automatisierung und datengetriebene Services.

Wie Sie es umsetzen können:

  • Einführung einer Middleware oder Datenplattform zur Systemintegration

  • Verknüpfung von Smart-Meter-, Netzleit-, ERP- und CRM-Daten

  • Visualisierung zentraler Kennzahlen via Dashboards (Lastgänge, Bearbeitungsstatus etc.)

  • Nutzung von KI für Bedarfsprognosen, Abwanderungserkennung oder Netzplanung

So wird Digitalisierung konkret messbar – und zu einem echten Hebel für Innovation, Effizienz und nachhaltige Kundenbindung.

Chi Pham
25.11.2025
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